Hilpert (Hilbert), Coburg/Sachsen

   Hilpert, Nürnberg

   Stahl (Johann Ludwig Stahl's Hilperts seel. Erben Kunstwaaren-Verlag), Nürnberg - Seite 3

 

 

1773              Von 1773 - 1776 ist Johann Gottfried Hilpert Geschworener seines Handwerks.

 

1777              Johann Wolfgang Hilpert beginnt eine Zinngießerlehre in der väterlichen Werkstätte.

 

1783              Johann Gottfried Hilpert wird zum Gassenhauptmann seines Stadtbezirks "bei den Barfüßern"

   berufen.

 

      Preisliste 1784 

 

1785              Von 1785 - 1788 ist Johann Gottfried Hilpert wiederum Geschworener des Zinngießerhand-

   werks.

 

1787              Johann Wolfgang Hilpert legt am 12. März 1787 die Meisterprüfung bei dem Zinngießermeister

   Christoph Wilhelm Marx († 1828) ab erhält das Meisterrecht und bleibt aber, wie schon in seiner  

   Lehrzeit, in der Werkstätte seines Vaters.

 

1791              In der Handlungs-Zeitung werden die Gebrüder [sic!] Hilpert als "Bleyfigurenmacher" aufgeführt.

 

1795              Johann Georg Hilpert stirbt am 18. Juni 1795 an Auszehrung und wird als Junggeselle in das

   "Herrengrab" (ein Massengrab für Ledige) Nr. 1700 auf dem St. Rochuskirchhof beigesetzt.

 

1800              Am 2. Mai stirbt Johann Wolfgang Hilpert und wird am 5. Mai 1800 begraben.

 

1801              Anfang des Jahres ist Johann Gottfried Hilpert als Gassenhauptmann erheblichen Anfeindungen

   seiner Mitbürger ausgesetzt. Unter General Barbou werden in den Häusern der Nürnberger

   französische Soldaten zwangseinquartiert. Die Bürger meinen, er als Gassenhauptmann könne

   diese Zwangseinquartierung abwenden.

 

   Er stirbt am 5. Februar 1801 und wird am 10. Februar 1801 begraben.

                       Im Meisterbuch heißt es wörtlich: "1801, den 5. Februar ist dieser Meister Selig in Herrn Erschlaffen

   und am ditto Ehrlich zur Erden bestadett worden".

   Begraben wurde er - wie seine Frau - in dem alten Pünzschen Familiengrab auf dem St.

   Johanniskirchhof; der Grabstein trägt die Nummer 303, aber keinen Hinweis darauf, dass hier ein

   Meister ruht.

 

   Die Tochter geht in der von ihr verfaßten Todesanzeige in dem Nürnberger Friedens- und Kriegs-

   Courier vom 7. Februar 1801 auf die Anfeindungen ein: "Trauer-Anzeige. Wie ein müder Wanderer

   dahinsinkt, so unterlag von der traurigen Beängstigung den 5. des Abends um 8 Uhr mein guter

   unvergesslicher Vater Johann Gottfried Hilpert, sanft wie sein Tod! ruhig sein Abschied von einer

   Welt, wo Dienstpflicht mit hartem Undank belohnt wurde. Einsam, von all den Meinigen, nun ganz

   verlassen, weine ich Trostlos an seinem Grabe. Gott entferne von jedem edeln Freunde solche

   Schicksale; dies wünscht mit redlicher Seele Eleonora Maria Hilpertin."

 

   Am 4. Juni 1801 heiratet der Nürnberger Landvermesser und Kupferstecher Johann Ludwig  

   Stahl (* 30. September 1758 in Nürnberg (Taufe); † 1. Februar 1835 in Nürnberg), Sohn des

   Wachsbossierers Johann Sebastian Stahl (1712 - 1764), die Eleonora Maria Hilpert (getauft  

   am 1. August 1761), die im Sterbebuch von Heilig-Geist als Graveurin bezeichnet wird.

 

   Nach Hilperts Tod übernimmt Johann Ludwig Stahl (Mitglied der Malerakademie (1786) und 

   Mitbegründer des Albrecht-Dürer-Vereins (1792)) die Werkstatt und die Formen.

   Er ist Kupferstecher, Wachsbossierer, Miniaturmaler, Radierer und Geometer und leitet einen

   Kunstverlag. 

 

 

        Genealogie (Stammtafel) und Kupferstich-Beispiele Stahl 

 

 

1802              Im Reichs-Anzeiger No. 53 vom 23. Februar 1802 steht unter "Kauf- und Handels-Sachen":

   "Kunst- und Spielsachen. Unter die mannichfaltigen Gegenstände, die zu angenehmer Unterhaltung der Jugend und

   zugleich in mancher Rücksicht zu deren Belehrung anwendbar sind, können ohnstreitig die schon seit vielen Jahren

   sowohl hier als auswärts genugsam bekannten Hilpertischen Figuren, von einer gewissen Zinncomposition, die nach

   der Natur mit möglichstem Fleiß ausgemahlt sind, gezählt werden, unter denen sich nach so vielfältig erhaltenen

   Beyfall, die nach den besten Mustern gearbeiteten Thiere, verschiedenes Militair, Jägertypen, ländliche Scenen,

   Galanteriestücke u. a. m. vorzüglich auszeichnen.

        Da nun ich der Unterzeichnete auf ohnlängst erfolgten seel. Hintritt obgedachter Künstler, mittelst ehelicher

   Verbindung mit der einzig hinterbliebenen Hilpertischen Tochter, in den alleinigen Mitbesitz sämmtlichen diesseitigen

   Kunstwaaren-Verlags getretten bin : als mache ich dieses unsern verehrtesten Gönnern und Freunden, ingleichen dem

   gesammten handelnden Publicum mit der ausdrücklichen Versicherung andurch bekannt; daß es uns ferner die

   angenehmste Pflicht seyn wird, alle auf unsere Artikel eingehenden Bestellungen mit der von unsern würdigen

   Vorfahren gewohnten Pünctlichkeit und Realität schleunigst zu besorgen.

        Zugleich will ich bemerken, daß dieser ohne hin schon ansehnliche Verlag, von Zeit zu Zeit mit neuen

   Vorstellungen dieser und auch andrer Art durch meine eigene Hand vermehrt wird; was ich außer der

   Kupferstecherkunst auch in diesen Fach künftig leisten werde? dies mögen Kenner und Liebhaber aus den, nach

   einen Pariser Original auf zweyerley Art bereits gefertigten Portrait des ersten Consuls Buonaparte zu entnehmen

   belieben. Das eine als freystehende Figur 6 Zoll hoch und das andere en medaillon in einen saubern hölzernen

   Rähmchen, beyde schön ausgemahlt. Ersteres kann ich für 45 kr. letzteres für 36 kr. Rhein. erlassen. Als

   Gegenstück werde ich das Bild des Erzherzogs Karl, in nemlichen Größen und Preisen ehestens liefern.

        Uebrigens enthält ein gedrucktes Verzeichniß eine genaue Beschreibung unsers sämmtlichen Verlags mit

   beygesetzten Preisen, welches bey uns für 6 kr. Rhn. zu haben ist. Briefe und Gelder erbitten wir uns frey, unter

   Addresse an

        Joh. Gottfried Hilpert's, seel. Erben, oder Joh. Ludw. Stahl, Graveur in Nürnberg Lit. L. No. 72"   

 

1803              Im Reichs-Anzeiger No. 10 vom 13. Januar 1803 steht:

   "Anfrage. Es besitzt jemand drey Thierfiguren von Zinn, die sehr sauber mit Oelfarben nach der Natur colorirt sind, und

   auf dem Fußgestelle folgende Inschrift haben:

   Cervus Tarandus Sibiricus - Cervus Tarandus Mas - Cervus Tarandus foemina

   Sie sind sowohl in der Zeichnung als im Colorit weit vorzüglicher, als diejenigen, welche Dreyßig in Halle verkauft. Wo

   sind solche zu haben?"

 

   Im Reichs-Anzeiger No. 52 vom 24. Februar 1803 steht:

   "Beantwortung der Anfrage nach Zinnfiguren. Auf die Anfrage im 10 St. des R. A. d. J. wo die sonder nach der Natur

   mit Oelfarbe colorirten Zinnfiguren, nämlich:

   Cervus Tarandus Sibiricus - Cervus Tarandus Mas - Cervus Tarandus Femina

   zu haben sind, dienet hiermit zur Antwort, daß solche nebst noch mehr anderen dergleichen zur Natur-Geschichte

   gehörigen Figuren, bey Unterzeichnetem zu finden sind.

   Ein gedrucktes Verzeichniß hierüber mit einer genauen Beschreibung unsers sämmtlichen Verlags nebst

   beygesetzten Preisen ist bey uns ebenfalls für 6 Kr. rheinl. zu bekommen. Briefe und Gelder aber erbitten wir uns

   frey. 

   Joh. Gottfried Hilpert, seel. Erbe und Johann Ludw. Stahl, Graveur und Kunsthändler in Nürnberg, Sect. L. Nro.72" 

 

   Im Reichs-Anzeiger No. 122 vom 10. Mai 1803 steht:

   "Auf die Anfrage im R. A. Nr. 10 gibt Unterschriebener folgende Nachricht: der Verfertiger der Thierfiguren ist mir zwar

   nicht bekannt; indessen kenne ich einen Künstler, der dem Anfrager, wie ich in dieser Arbeit von seinen Künstler-

   Talenten hoffe, hinlänglich ein Genüge leisten wird, so bald man ihm nur gute Zeichnung und richtige Colorite liefern

   würde. 

   Es käme demnach auf einen Versuche an, wozu ich einen Privatbriefwechsel dem Anfrager hierdurch, wenn ihm daran

   gelegen seyn sollte, ergebenst vorschlage; Briefe werden portofrey erbethen. Halle an der Saale, den 20. Jan. 1803.

   C. A. Buhle, Subrector am Königl. Reform. Gymnas." 

 

1805              Stahl bietet die Abgüsse mit einem Verzeichnis an: "Verzeichnis über verschiedene fein und

   ordinaire gemahlte Zinn-Figuren und ander dergleichen Kunst-Waaren, welche in des Johann

   Ludwig Stahls Hilperts seel. Erben Kunstwaaren-Verlag in Nürnberg, um beygesetzte Preise gegen

   baare Bezahlung zu haben sind (Militaire, Jägereyen, Ländliche Vorstellungen, Wägen,

   Hausgeräthe, Portraits en Medaillon". 

 

 

 

   Die Formen werden angeblich Mitte des 19. Jahrh. von Arthur Häring, Fürth, erworben und später

   nach Hamburg verkauft, wo sie verschollen sind. Über den Zinngießer Häring ist nichts bekannt.

   Nach einer anderen Version werden die Formen von Ammon übernommen.

 

 

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