Verband deutscher Zinnfigurenfabrikanten, Sitz Nürnberg  - Seite 1

 

 

Wilhelm Schwarz, Inhaber der Firma Spenkuch, gründete 1905 den Verband deutscher Zinnfigurenfabrikanten mit Sitz in Nürnberg; Versammlungsort war das "Cafe Plärrer", Am Plärrer 3.

 

Der Zweck des Verbandes ist die Wahrung und Förderung der gemeinsamen gewerblichen Interessen:

1. die Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen den Mitgliedern;

2. die Ergreifung von Massnahmen zur Beseitigung bereits vorhandener oder künftig eintretender Mißstände, die insbesondere durch gesetzliche oder behördliche Vorschriften oder sonstige die Gewerbeinteressen schädigende Vorgänge hervorgerufen werden.

 

Der ehrenamtlich tätige Vorstand, für ein Jahr von der Generalversammlung gewählt, bestand aus dem Vorsitzenden - bis 1933 blieb dies Wilhelm Schwarz -, dem Schriftführer und gleichzeitig stellvertretenden Vorsitzenden, dem Verbandskassierer und zwei Beisitzern.

 

Schriftführer war zunächst, bis November 1911, Max Erlanger, Inhaber der Firma Johann Haffner's Nachfolger, Nürnberg, und Kassierer bis 1915 Wilhelm Heinrich, Teilhaber der Firma Gebrüder Heinrich in Fürth; die Beisitzer waren seit 1907 Josef Bischoff, Inhaber der gleichnamigen Nürnberger Firma, sowie Ludwig Hörauf, Eigentümer der Firma Schildknecht und Sohn in Fürth.

 

Schriftführer und Stellvertreter war ab 1911 Ludwig Hörauf, Kassierer ab 1915 Paul Herbst von der Nürnberger Firma Christof Herbst, und Beisitzer ab 1911 Max Erlanger.

 

Bis Mitte 1933 erfolgte kein weiterer Wechsel im Vorstand; die Beisitzer wurden nicht mehr aufgeführt. Seit Juli 1933 war der erste Vorsitzende und "Führer" *) Jean Schmidt (Teilhaber der Firma Spenkuch); Schriftführer war der Kaufmann Hans Heider (seit 1922 Inhaber der Firma Josef Bischoff).

 

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten außerdem folgende Betriebe: Christoph Ammon, Friedrich Ammon, Ernst Heinrichsen, Rudolf Lauter, Karl Metzger (alle aus Nürnberg), Hans Dörfler, Ursula Engert, Johann Georg Heinrich, Max Koch, Adolf König, Johann Georg Rupprecht, Margarethe Wabel, Gebrüder Zolles (alle aus Fürth), Theodor Krause (Gotha) und Carl Scheller (Kassel).

 

Nach der Satzung von 1905 mußten die Mitgliedsanträge schriftlich gestellt werden, über die Aufnahme entschied dann die Vorstandschaft. Die Aufnahmegebühr betrug 3,- Mark (ab 1909 30,- Mark), der Jahresbeitrag jeweils 10,- Mark: Mitglied kann nur derjenige werden, der Zinnfiguren fabriziert ...

 

Mitglieder wurden im Laufe der Zeit die wichtigsten deutschen Zinnfigurenhersteller.

 

 

     Mitglieder-Liste 1934 einschließlich der Mitbegünder und der aufgelösten Firmen

 

 

Die Mitgliederliste des Verbandes wies 1934 noch 28 Firmen auf, davon 17 einheimische und 8 auswärtige. Von den Gründungsmitgliedern existierten damals nicht mehr: C. Ammon, F. Ammon, U. Engert, Gebrüder Heinrich, J. G. Heinrich, J. G. Rupprecht, C. Scheller, M. Wabel, Gebrüder Zolles, und auch der Nachfolgebetrieb von J. Haffner produzierte nur noch wenige Zinnfiguren.

 

Der neue Vorsitzende und "Führer" *) Jean Schmidt konnte die schwindende Bedeutung des Verbandes nicht mehr aufhalten; so löste sich der Verband am 6. Mai 1935 auf.

 

Inwieweit der Verband während seines dreißigjährigen Bestehens wirkungsvoll in Erscheinung trat, läßt sich nicht eindeutig belegen.

 

*) ab dem Jahre 1933 waren nach dem sog. Führerprinzip die Vorsitzenden von Vereinen und Verbänden als "Führer" [des Vereins oder Verbandes] zu bezeichnen. Diese Bezeichnung durfte allerdings nur in der Version "1. Vorsitzender und Führer" verwendet werden.

 

 

 

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