Pohlmann, Joachim Friedrich Gottlieb, Wismar und Schwerin

                       Drebing, Johann Hinrich Christoph, Schwerin

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   Joachim Mühlmann schreibt 1986 u. a:

   Im Historischen Museum Schwerin befinden sich 162 Formen (heute im Mecklenburgischen

   Volkskundemuseum - Freilichtmuseum Schwerin-Mueß noch 98 Gußformen für

   Zinnfiguren aus schwarzem Schiefer und Entwürfe für Gußformen, die eindeutig

   Pohlmann/Drebing zuzuordnen sind) in schlechtem bis sehr schlechtem Zustand. Zum Teil ist

   nur noch eine Formenhälfte vorhanden. Diese Formen wurden 1889/1890 vom damaligen

   Mecklenburgischen Landesmuseum für 200 Mark vermutlich aus dem Nachlaß der Zinngießerei

   Drebing in Schwerin erworben.

 

   Die ältesten erhaltenen Formen sind sechs österreichische Soldaten und ein Mädchen mit Korb. 

   Alle - bis auf die beiden Trommler - sind mit "F. P." oder "F. Pohl." siginiert. Entstanden sind sie

   zwischen 1768 und 1791. Bei den österreichischen Soldaten handelt es sich um drei Musketiere

   und drei Grenadiere mit hoher Mütze. Diese hohe Grenadiermütze ist erst 1768 eingeführt worden. 

   Da Pohlmann damals erst 14 Jahre alt ist, sind die Figuren später entstanden. Da Pohlmann 1791

   stirbt, können sie nicht später entstanden sein.

   Da Pohlmann 1781 Meister und selbständig wird, hat er wohl erst zwischen 1781 und 1791 flache

   Figuren hergestellt.

    Ob dies schon in Wismar oder danach in Schwerin geschah, ist nicht mehr auszumachen.

 

   Drebing übernimmt das ganze Sortiment Pohlmanns, erweitert es um Kleinzeug, Haushaltsgeräte

   und auch flache Zinnfiguren. Seine Themenvielfalt steigt: Ritter,Märchenfiguren, Kosaken,

   Waterloofiguren und Zivildarstellungen, das alles wird von seinen Nachfolgern, Söhnen und Enkeln,

   fortgesetzt.

 

   Wir finden eine Reihe von Signaturen auf den Formen:

   "F. P.", "F. Pohl.", ferner Jahreszahlen 1780 und 1788, die alle eindeutig auf Pohlmann

   zurückgehen. Dann "1803, F. Pohlmann", den wir als seinen Sohn ansehen dürfen.

    Auf Drebing und seine Nachfolger bis zur Auflösung des Betriebes gehen zurück: "CD" (Christoph

   Drebing), "CD" auf der einen, "Krappen" auf der anderen Seite des Stehbrettchens, ebenso "CD"

   und "Doberan"; dann "1816 Drebing", "1862 Drebing". 1862 ist die letzte Jahreszahl, die

   vorkommt. Sie könnte auf den letzten Inhaber und Enkel von Christoph Drebing zurückgehen.

   Eine Frage werfen die Bezeichnungen "Krappen" und "Doberan" auf. Über Krappen können wir

   noch nichts sagen. In Doberan gab es keine Drebings. Außerdem gehörte Doberan nicht zum

   Zinngießeramt Wismar.

 

 

   Übersicht über die vorhandenen Formen:

 

   Figuren von Pohlmann:

   Österreichische Grenadiere um 1780, 60 mm: Offizier (signiert FP), Tambour (ohne Signatur),

   Mann (signiert FP) - Österreichische Musketiere um 1780, 60 mm: Offizier (signiert F.Pohl.),

   Tambour (ohne Signatur), Mann (signiert FP) - Mädchen mit Korb um 1780, 75 mm (signiert F.

   Pohl.)

 

   Figuren von Christoph Drebing:

   Reiter der friderizianischen Zeit, 50 mm (signiert CD): Kesselpauker, Trompeter, Standartenträger,

   Mann - Waterloo (signiert CD): Französischer Offizier zu Fuß (Napoleon), 55 mm; Französische

   Infanteristen im Marsch und im Feuer, 55 mm; Schottischer Offizier zu Fuß (Wellington), 60 mm;

   Englischer Infanterist im Marsch, 55 mm - Preußische Towarczy zu Pferd: Mann 2. Glied mit Säbel

   1806/07, 60 mm (signiert CD) - Russischer Kosak zu Pferd, 77 mm (signiert CD) - Kriegsknecht zu

   Fuß, 75 mm (signiert CD)

 

   Figuren bei Drebing (Hersteller nicht sicher):

    Mecklenburgischer Jägerleutnant, Parade um 1840, 95 mm - Hahn (Märchenfigur), 48 mm - Kuh

   stehend, 30 mm - Stierkalb springend, 30 mm - Frau, Kuh melkend, 30 mm (19. Jh.)

 

   Unter den Formen gibt es noch einen Schornsteinfeger, ein schönes Stück, leider in schlechtem

   Zustand (gespalten und gesprungen), Gravur noch ganz, signiert 1780 Pohlmann.

 

   Joachim Friedrich Gottlieb Pohlmann: 

                                   

   österr. Grenadiere um 1780 (60 mm)     österr. Musketiere um 1780 (60 mm)        Mädchen um 1780 (75 mm)

    

                                   

   Hahn (48 mm)                                        Wellington (60 mm), Napoleon (55 mm), Kriegsknecht (75 mm)

 

 

   Quellen:

   Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und ihre Marken Band III (Norddeutsche Zinngießer), Leipzig,

   K. W. Hiersemann, 1921 - 1932

   Dr. Hermann Grotefend: Die Schweriner Zinngießer bis 1800 in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische

   Geschichte und Altertumskunde - Bd. 77 (1912)

   Joachim Mühlmann: Pohlmann-Drebing - eine Schweriner Offizin im 18./19. Jahrhundert in: Zinnfiguren, Kulturbund der

   DDR, 1986.1

   Mecklenburgisches Volkskundemuseum - Freilichtmuseum Schwerin-Mueß (herzlichen Dank an Frau K. Lübeck)  

   KLIO Mecklenburg-Vorpommern (herzlichen Dank an Herrn Sebastian Leandér Kozian)

   Erhard Schraudolph: in Zinnfiguren-Musterbuch - Lüneburg, um 1860 - Johann Christoph Leonhard Ramm, Verlag H.

   M. Hauschild GmbH. Bremen 2002

 

 

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