Waltenberger, Georg - Aibling
   
1830 Georg Waltenberger wird in Straubing als Sohn des Zinngießermeisters Georg Waltenberger und dessen Ehefrau Anna, geb. Eisenreich († 4. Juni 1874) am 11. August 1830 geboren.
   
1859 Er ist Zinngießermeister und heiratet am 18. Mai 1859 die Maria Agnes Zächenberger, geb. Pischl, Müllerstochter aus Untergrainau und Witwe des Johann Baptist Zächenberger.
  Sie bringt den am 6. Februar 1856 geborenen Sohn Max Joseph Baptist Zächenberger mit in die Ehe.
  Das Ehepaar hat die Kinder:
Georg Joseph Waltenberger (* 25. August 1859),
Josepha Maria Brigitta Waltenberger (* 14. April 1861),
Maria Johanna Waltenberger (* 11. August 1862; heiratet am 31. Oktober 1889 den Kaminkehrergehilfen Mathias Eberl (* 24. Februar 1844)),
Agnes Waltenberger (* 29. Juli 1865; heiratet in München im Januar 1893 den Zinngießergehilfen Georg Herzog),
Walburga Waltenberger (* 3. Oktober 1866),
Wunibald Waltenberger (* 25. März 1868; † 22. Dezember 1868),
Sybilla Waltgenberger (* 24. Oktober 1870) und
Wunibald Waltenberger (* 23. August 1872).
   
1861    Rosenheimer Wochenblatt vom 21. April und 5. Mai 1861
   
1862
  Rosenheimer Wochenblatt vom 18. Mai und 1. Juni 1862
   
1873 Auf der Weltausstellung in Wien stellt Georg Waltenberger gravierte Britannia- und Zinnwaren aus und erhält ein Anerkennungs-Diplom.
Die Werkstätte beschäftigt sich mit Zinngießerei und Gravierarbeit auf Zinn und Fabrikation von Deckeln für Trinkgeschirre und von Präsentiertellern.
   
    Anerkennungs-Diplom Wien 1873
   
1874 Auf der Gewerblichen Industrie-Ausstellung Rosenheim 1874 bekommt er eine 1. Auszeichnung.
   
1876 Georg Waltenberger beteiligt sich auf der Kunst- und Kunstindustrie-Ausstellung alter und neuer deutscher Meister sowie der deutschen Kunstschulen im Glaspalast zu München 1876 mit einer Anzahl Trinkgläser mit Deckeln von englischem Zinn und Britanniametall graviert sowie fünf Präsentiertellern von Britanniametall mit eigentümlicher Gravierung und erhält dafür einen 2. Preis.
   
1879
  Neueste Nachrichten vom 19. und 21. Dezember 1879
   
1880 Auf der Ausstellung des Kunst-Gewerbe-Vereins in München im Kunstgewerbehaus bekommt er eine silberne Medaille für die ausgestellten "hübschen Zinnteller mit immittirten Gravierungen".
   
     Neueste Nachrichten vom 30. Mai, 1. Juni und 4. Juni 1880
   
1881 Eine 1. Auszeichnung wird ihm auch auf der Gewerblichen Industrie-Ausstellung Rosenheim 1881 verliehen.
  Der Berichterstatter des Rosenheimer Anzeigers schwärmt in der Ausgabe vom 28. September 1881:
"...Daneben - als Juwelen ihrer Art - seien die prächtigen Arbeiten des weithin rühmlichst bekannten Zinngießerei- und Graveur-Geschäftes von G. Waltenberger in Aibling genannt, dessen Erzeugnisse würdig wären in Edelmetall hergestellt zu sein."
   
1882 Auf der Bayerischen Landes-Industrie-Gewerbe- und Kunst-Ausstellung zu Nürnberg erhält Georg Waltenberger eine silberne Medaille für seine ausgezeichneten Arbeiten. Auch Se. kaiserl. Hoheit der Kronprinz des deutschen Reichs fand daran solches Gefallen, daß er zwei der ausgestellten Teller für sich erworben hat.
   
     Medaille Nürnberg 1882
   
1883 Er beteiligt sich an der Wander-Ausstellung des Bayrischen Gewerbemuseums in Würzburg mit einem Teller mit erhabenen Verzierungen auf vertieftem Grund.
   
1885 Auf der internationalen Metallarbeiten-Ausstellung in Nürnberg werden die für die dortige Firma August Wahnschaffe gefertigten acht Stück gravierten Zinn-Kannen mit der silbernen Medaille ausgezeichnet
   
     Medaille Nürnberg 1885
   
1888 Georg Waltenberger wird auf der Kunstgewerbeausstellung in München eine Prämie zuerkannt.
   
1890 Der 1872 geborene Wunibald Waltenberger, der das Zinngießer- und Graveurhandwerk erlernt hat, wird vom Kgl. Amtsgericht Aibling am 23. Juli 1890 verurteilt:
"Waltenberger Wunibald, Graveur von Aibling, und Schönberger Jakob, Photographensohn von Aibling, sind schuldig eines Vergehens des Hausfriedensbruchs, und wurde Waltenberger, da er das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hatte´, zu 2 Tagen, Schönberger zu 7 Tagen Gefängniß, sowie zur Tragung der Kosten verurtheilt. Von einer Uebertretung der Ruhestörung wurden Beide freigesprochen."
   
1893 Georg Waltenberger stirbt am 1. November 1893.
  In den Münchner neuesten Nachrichten vom 3. November 1893 wird folgender Nachruf veröffentlicht:
"Aibling, 2. November. (Todesfall.) Gestern verschied hier nach längerem schweren Leiden der im Kreise seiner Mitbürger allgemein geachtete Zinngießermeister und Graveur Herr Georg Waltenberger, dessen Name auf kunstgewerblichem Gebiete den besten Klang hat. Als Graveur auf Zinn zählen dessen Leistungen unbestritten zu den besten ihrer Art. Mit feinem künstlerischen Verständniß und in flotter, dabei stets origineller Behandlung  wußte der verstorbene Meister den Grabstichel zu führen und zu wiederholten Malen wurden seine Meisterwerke der Gravierkunst auf kunstgewerblichen Ausstellungen mit den höchsten Auszeichnungen bedacht. In München hatte man oft Gelegenheit, derartige künstlerisch bearbeitete Stücke, Trinkgefäße, Platten und Prunkgeschirre im Ausstellungsraume des Kunstgewerbevereins zu bewundern und beim Anblicke derartiger Meisterstücke wurde unwillkürlich der Wunsch rege, es möchte die Gravierkunst, welche vom Graveur Waltenberger nach verschiedenen Richtungen hin neue Impulse erhielt, auch in Zukunft jenen ehrenvollen Platz auf dem Gebiete des Kunstgewerbes behalten, auf welchen sie durch das künstlerische Streben des nun verschiedenen unermüdlichen Meisters gestellt wurde." 
   
  Wunibald Waltenberger übernimmt das Geschäft des Vaters.
   
1896 Er schickt zur bayerischen Landes-Industrie-Gewerbe- und Kunstausstellung in Nürnberg "50 Gegenstände, bestehend aus einer großen prachtvoll gravirten Zinnplatte, einen Ritter mit reicher Ornamentik darstellend: ferners einen zinnernen Jagdhumpen, zwei Kannen mit wohlgetroffenen Photographien in Gravure, zwei Präsentirteller, eines hievon mit dem Bildnisse unserer St. Josefsglocke, dann 24 verschiedene Modelle".
  "Für schöne Ausführung von Zinngeräten" wird im die Silberne Medaille verliehen.
   
     Medaille Nürnberg 1896
   
1900 Am 12. Januar 1900 erfolgt die Hoftitel-Verleihung an Wunibald Waltenberger:
"Im Namen Seiner Majestät des Königs.
Seine  Königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, haben Sich allergnädigst bewogen gefunden, dem Kunstgießer und Graveur Wunibald Waltenberger in Bad Aibling den Titel eines Königlich Bayerischen Hoflieferanten zu verleihen,"
   
1958 Am 11. Dezember 1958 stirbt Wunibald Waltenberger.
   
   
  Quellen:
Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und Ihre Marken Band V - Süddeutsche Zinngießer, Teil I: Aalen/Kronach, Leipzig, K.W. Hiersemann, 1921 - 1931
Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und Ihre Marken Band VI - Süddeutsche Zinngießer, Teil II: Künzelsau/Sulzbach, Leipzig, K.W. Hiersemann, 1921 - 1931
Matrikula: Kirchenbücher Bad Aibling-Mariä Himmelfahrt
Rosenheimer Wochenblatt vom 21. April und 5. Mai 1861 (digiPress)
Rosenheimer Wochenblatt vom 18. Mai und 1. Juni 1862 (digiPress)
Wiener Weltausstellung, Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches, Berlin 1873 (Google)
Weltausstellung 1873 in Wien, Amtliches Verzeichniss der Aussteller, welchen von der internationalen Jury Ehrenpreise zuerkannt worden sind, Wien 1873 (Google)
Officieller General-Catalog Wien 1873 (Goggle)
Bericht über die Betheiligung Bayerns an der Wiener Weltausstellung 1873, Nürnberg 1874 (Google)
Straubinger Zeitung Nr. 128 vom 6. Juni 1874 (digiPress)
Katalog der Kunst- und Kunstindustrie-Ausstellung alter und neuer deutscher Meister sowie der deutschen Kunstschulen im Glaspalaste zu München 1876 (Google)
Der Sammler Nr. 92 vom 12. August 1876 (digipress)Kurier für Niderbayern vom 4. November 1876 (digiPress)
Neueste Nachrichten vom 19. und 21. Dezember 1879 (digiPress)
Neueste Nachrichten vom 15. Juni 1880 (digiPress)
Rosenheimer Anzeiger vom 28. September 1881 (digiPress)
Bayerische Landes-Industrie-Gewerbe- und Kunst-Ausstellung in Nürnberg 1882 - Offizieller Katalog Gruppe I-XI (Google)
Rosenheimer Anzeiger Nr. 208 vom 14. September 1882 (digiPress)
Beilage zu Nr.37. 38 der "Gemeinnützigen Wochenschrift": Wander-Ausstellung des Bayrischen Gewerbémuseums zu Würzburg (Google)
Offizieller Katalog der Internationalen Ausstellung von Arbeiten aus edlen Metallen und Legirungen in Nürnberg 1885 (Bayerische Staats-Bibliothek - Digitalisierungs-Zentrum online) unter Nr. 75 Wahnschaffe
Rosenheimer Anzeiger Nr. 195 vom 30. August 1885 (digiPress)
Der Wendelstein vom 16. Oktober 1888 (digiPress)
Der Wendelstein vom 25. Juli 1890 (digiPress)
Münchener neueste Nachrichten vom 3. November 1893 (digiPress)
Münchener neueste Nachrichten vom 12. Januar 1893 (digiPress)
Rosenheimer Anzeiger vom 16. April 1896 (digiPress)
Bayerische Landes-Industrie-Gewerbe- und Kunst-Ausstellung in Nürnberg 1896 - Verzeichnis der prämiierten Aussteller (Google)
Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern No. 1 12. Januar 1900 (Google)
Der Wendelstein vom 18. Januar 1900 (digiPress)
Sterbebild Wunibald Waltenberger - herzlichen Dank an Manfred Schaulies vom Historischen Verein Bad Aibling für den Scan!
   
   
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