Sauer, Jakob (III) - Stockholm
   
1737 Jakob Sauer wird geboren und am 30. April 1737 getauft als Sohn des Stockholmer Zinngießermeisters Jakob Sauer (II) (* 2. Mai 1707; † 20. September 1765) und dessen Ehefrau Maria Persdotter, geb. Krietz (* 29. Juni 1713; † 7. Juni 1747).
   
1750 Er erlernt den Beruf des Zinngießers bei seinem Vater von 1750 bis 13. Mai 1755.
   
1755 Vom 20. Mai 1755 bis 19. Juni 1756 arbeitet er als Geselle in der väterlichen Werkstatt.
   
  Anschließend geht er auf Wanderschaft.
   
1760 Er kommt zuletzt von Jönköping zurück und ist wieder vom 20. Juli 1760 bis 9. Mai 1763 Geselle bei seinem Vater.
   
1761 Nach seiner Bewerbung für die Meisterprüfung bekommt er am 8. Mai 1761 die Zusage vom Amt.
   
1763 Ab 9. März 1763 fertigt er als Meisterstücke eine Suppenschüssel mit Deckel, die ein Fassungsvermögen von ca. 3,9 Liter hat, eine Bettpfanne mit Stiel, zur Verrichtung der Notdurft im Bett und eine Trinkkanne mit Deckel, mit einem Volumen von ca. 2,6 Litern, die als gute und gerechtfertigte Arbeit anerkannt werden.
   
  Am 19. Juli 1763 wird er Meister.
Er verarbeitet in diesem Jahr 689 Pfund Zinn.
   
               Meistermarken des Jakob Sauer (III) vom 8. Juni 1763 bis 11. Februar 1804 (Bruzelli) 
   
1764 Jakob Sauer heiratet am 9. November 1764 Anna Kristina Enroth (* ABT 1744), Tochter des Vermessers Lars Enroth († 29. März 1752) und dessen Ehefrau Katarina, geb. Lindgren († 23. August 1755).
  Das Ehepaar hat die Kinder:
Anna Dorotea Sauer (* 29. September 1765; † 12. Mai 1769),
Maria Katarina Sauer (* 25. Februar 1768; † 13. Dezember 1791 ledig),
Anna Brita Sauer (* 30. Juni 1771; heiratet am 10. November 1795 den Gewürzhändler Benjamin Wedenberg († 30. August 1796) und als Witwe am 3. April 1803 den Metzger Anders Branting; stirbt am 2. Juli 1810),
Sofia Albertina Sauer (* 2. März 1777; † 26. Oktober 1778) und
Jacob Sauer (* 4. Oktober 1783; erlernt das Zinngießerhandwerk von 1798 bis 28. Mai 1803 bei seinem Vater, stirbt als Zollbeamter am 28. September 1838).
   
1765 Jakob Sauer erhält das Bürgerrecht in Stockholm und übernimmt die Werkstatt und das Haus seines verstorbenen Vaters an der Västerlånggatan 29.
   
1776 In diesem Jahr verarbeitet er 3830 Pfund Zinn.
   
1782 Ab April 1782 arbeitet Eric Lodin als Geselle bei ihm.
   
1783 Im April siedelt Eric Lodin nach Loviisa in Finnland um und fängt bei Daniel Hindric Lindgren als Geselle an.
   
1797 Carl Fredrik Möller arbeitet vom 18. Juni 1797 bis 17. Juli 1797 als Geselle bei Jakob Sauer.
   
1801 Es werden 855 Pfd. Zinn verarbeitet.
   
1802 Vom 18. April 1802 bis 12. Juni 1803 arbeitet Carl Fredrik Möller als Geselle bei ihm, bzw. nach seinem Tod bei der Witwe.
   
  Jakob Sauer stirbt am 20. Oktober 1802.
Seine Witwe Anna Kristina Sauer betreibt die Werkstätte weiter.
Es werden in diesem Jahr 880 Pfund Zinn verarbeitet.
   
1803 Die Produktion umfasst 647 Pfund Zinn.
   
1804 Anna Kristina Sauer, geb. Enroth stirbt am 10. Mai 1804.
Der Zinngießer Jacob Lemon (* 1753; † 1810) verlegt seinen Betrieb in die leerstehenden Räumlichkeiten der aufgegebenen Werkstätte.
Die Witwe verarbeitet bis zu dieser Übernahme nur 24 Pfund Zinn.
   
  In der Werkstätte von Jakob Sauer wurde sowohl englisches aus auch schwedisches Qualitätszinn verarbeitet. Er war einer der erfahrensten Stockholmer Zinngießer und seine Arbeiten sind in allen hochwertigen Sammlungen vertreten, z. B. ein Schale für Essen, einen Wasserkrug, eine Ohrenschüssel, ein Gustavianischer Kandelaber, ein Gustavianischer Kerzenständer, ein Rokoko-Kerzenständer. Dann kennt man noch einen bauchigen Bierkrug mit Deckel, eine Ohrenschüssel von 1771 in der Husby-Arlinghundra-Kirche und noch einen Wasserkrug.
Seine Gesamtproduktion beläuft sich auf 79.018 Pfund Zinn.

   
  Jakob Sauer hat in seiner Schaffenszeit einschl. dem Sohn 9 Lehrlinge und 49 Gesellen, seine Witwe 4 Gesellen.
   
   
  Meisterzeichen (Löfgren):
   
  1768          1775          1799        
   
  1785                    1801
   
  Relief am Boden von Kerzenständern
   
  "Jacob Sauer in Stockholm. Wer sich seiner Kunst rühmt und ehrgeizig ist, wird zu Rost [vergehen]. Glaube nicht, dass du an Kunst so reich bist, dass du nicht auch deinesgleichen findest"
   
   
  Quellen:
familysearch
Birger Bruzelli: Tenngjutare i Sverige, Forum-Verlag, Stockholm 1967
Herzlichen Dank an Peter Püschmann für die leihweise Überlassung dieses Buches!
Albert Löfgren: Det Svenska Tenngjutarehantverkets Historia, Band 3, Nordiska Museets Förlag Stockholm 1950
   
   
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